Mittagstisch der Realschule ist ein Erfolgsmodell
Man kann heute bereits von einem „Erfolgsmodell Mittagstisch“ sprechen – die Idee eines „Mittagstisches“ die der Rektor der Realschule, Bernhard Kuon vor mehr als drei Jahren im Elternbeirat angesprochen hatte, ist seit Januar 2005 zu einem mehr als gut funktionierenden Selbstläufer geworden. Dass es sich hierbei um ein leckeres jugendgerecht zubereitetes und abwechslungsreiches Mittagessen handelt, davon hat sich die Freie Wähler Fraktion beim gemeinsamen „Maultaschenessen“ überzeugt.
Eigentlich ein logistischer Kraftakt, doch mit dem Engagement des Elternbeirates unter Vorsitz von Angelika Witzke, einer überaus großen und pflichtbewusst helfenden Elternschaft (im Jahr 2007 sind dies 32 Mütter und Väter) und nicht zuletzt durch Gisela Woitas, die neben ihren anderen vielfältigen Sekretariatsarbeiten der Realschule auch noch die komplette verwaltungstechnische Aufgabe des Mittagstisches erledigt, können jeden Monat mehr als 300 Essensportionen ausgegeben werden.
Drei mal wöchentlich (Montag, Dienstag und Mittwoch) führt der Weg vieler Realschüler (meistens der noch jüngeren aus den Klassen fünf bis acht), einiger Lehrer einschließlich des Rektors und Sekretärin Gisela Woitas direkt in das Foyer der Solweghalle. Auch Lehrer und Schüler der Solwegschule reihen sich pünktlich um 12.30 Uhr in die Schlange der Wartenden ein. Maria Tröndle aus Durchhausen und Renate Witt aus Trossingen, beides Mütter von Realschülern sind heute eingeteilt für die Essensausgabe: Schwäbische Maultaschen, Kartoffel- und Gurkensalat mit einer leckeren Soße. Die alten abgängigen Holztische der Fritz-Kiehn-Halle, die eigens für den Mittagstisch in der Solweghalle organisiert wurden, (sowohl Tische wie auch Stühle müssten dringend erneuert werden), wurden zuvor liebevoll von den Eltern mit Platzdeckchen, Besteck, Bechern und großen Glaskrügen mit Wasser, das kostenlos zur Verfügung steht, gedeckt.
Das Essen wird vom Konvikt in Rottweil in entsprechenden Warmhalteboxen ab 12 Uhr angeliefert. Immer donnerstags und freitags stürmen die Schüler das Sekretariat von Gisela Woitas, um „Essensmarken“ für die kommende Woche zu kaufen. Auf ausgehängten Wochenplänen ist zuvor ersichtlich, welche kulinarischen Genüssen an welchem Tag gekocht werden. Für 2,80 Euro pro Tag erhalten die Schüler ein abwechslungsreiches für die Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnittenes Mittagessen, wobei Schnitzel und Pommes oder Spaghetti mit Sauce selbstverständlich die „Renner“ sind.
Ab 12.45 Uhr gibt es „Nachschlag“, der von vielen Kindern gerne geholt wird. Rektor Bernhard Kuon erklärt hierzu: „Wir freuen uns, dass der Mittagstisch so gut angenommen wird und funktioniert, wir beobachten aber zunehmend mit Sorge, dass es wieder mehr „hungrige Kinder“ gibt, deren Eltern es sich aber nicht leisten können, dass sie ihr Kind zum Mittagstisch schicken“. Dabei stehe es außer Frage, dass Kinder und Jugendliche ein gutes Frühstück und Mittagessen benötigen. Gemeinsam mit dem Rektor hat die Freie Wähler Fraktion (anwesend waren Heinz Messner, Christian Kratt, Gustav Betzler und Marco Gola) die Idee von „FW-Essens-Sponsoring“ aufgegriffen, um die Möglichkeit zu schaffen Mittagessen, das für alle bezahlbar ist, anzubieten Über solche Sponsoring-Aktionen, die „Schule“ machen sollten, könnte einiges bewegt werden, denn so Heinz Messner: „Kinder dürfen auf keinerlei Weise ausgegrenzt werden, mithelfen ist gefragt“.
Dass dieses Mithelfen auch bei anderen Projekten mehr als gefragt ist, war ein weiteres Anliegen von Rektor Bernhard Kuon: Das Angebot der „Offenen Schule“ am Donnerstagnachmittag basiere auf Freiwilligkeit für die Schüler, erklärte Kuon „zwei Lehrer stehen als Aufsicht abwechselnd je eine Stunde zur Verfügung“, doch Erziehung und Bildung sei Sache von allen und sollte auch von Eltern begleitet werden. „Die Nachfrage zur Offenen Schule seitens der Schüler ist da“, erklärte der Rektor und es wäre wünschenswert, wenn einige Eltern, aber auch andere Personen, wie Pensionäre oder Vereinsmitglieder sich bereit erklären könnten „den Jüngeren der Klassen fünf und sechs mit ihrer Unterstützung über geraume Zeit etwas in die Spur zu helfen“. Kuon könnte sich hierbei eine Art „Mentorenprogramm oder Patenschaften“ (Lesepatenschaft) vorstellen. Auch hier stieß der Rektor auf offene Ohren bei den Freien Wählern: Marco Gola sicherte spontane Unterstützung vom Schachclub Trossingen zu.
Insgesamt resümierte Rektor Bernhard Kuon:“ Wir sind auf einem guten Weg mit unserer Schule – gute Bildung ist der Schritt in eine gute Zukunft“.
0 Kommentare
Einen Kommentar hinterlassen
Mehr Lesen
« Raumnot: In der Realschule brennt es an allen Ecken und Enden
Freie Wähler fordern: Basketballfeld für die Erlebniswiese »
