Freie Wähler vor Ort – Besuch des Landwirtschaftsbetriebs Schöndienst in Schura
Zum achten Mal traf sich die Freie Wähler Fraktion „Vor Ort“ – erstmals jedoch gemeinsam mit den Kandidaten für die Kommunalwahl am 7. Juni 2009. Auf dem Geflügelhof bei Wilhelm und Christa Schöndienst in Schura informierte sich das Freie Wähler Team über die allgemeine Lage der Landwirtschaft, die Situation speziell in Schura in Bezug auf das Gewerbegebiet und erfuhr beim Gang durch den Betrieb vielerlei Wissenswertes rund um Geflügel und Eier.
„In Trossingen und Schura gibt es derzeit rund ein Dutzend landwirtschaftliche Betriebe“, war von Wilhelm Schöndienst zu erfahren. Da die Gemarkungsgrenze zu Weigheim sehr nah an Schura verläuft, seien die Ängste bezüglich der jüngst bekannt gewordenen Beteiligungsabsicht von Villingen-Schwenningen am Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Neuen aus Sicht der Schuraer sehr gut verständlich, betonte Wilhelm Schöndienst „dann könnte Villingen-Schwenningen auf eigener Gemarktung direkt ein Industriegebiet anbinden“.
Die Ängste und Bedürfnisse der Bürger anhören und aufnehmen sei wichtig, so Wilhelm Schöndienst, schließlich gehe es zum einen um die Bürger im Wohngebiet, die im Falle einer entsprechenden Industrieansiedlung um ihre Wohnqualität fürchten, zum anderen sieht Schöndienst die Auswirkungen für die Landwirtschaft: „In Weigheim gibt es nur noch einen Landwirt, alle anderen landwirtschaftlichen Flächen von Weigheim werden von Schuraer Landwirten bewirtschaftet“. Im Falle eines Wegfalls dieser Flächen in Weigheim, hätte dies schwerwiegende Folgen für die Schuraer Landwirte.
Freie Wähler Präsident Gustav Betzler sagte in diesem Zusammenhang, dass zu diesem Zweck in den kommenden Tagen ohnehin ein Gespräch der FW Fraktion mit Schuras Ortsvorsteher Dieter Kohler anstehe.
Wilhelm Schöndienst, der 1990 mit dem Geflügelhof von Rietheim nach Schura gezogen ist, bewirtschaftet auf den Gemarkungen Trossingen/Schura/Weigheim 60 Hektar Fläche, im Raum Spaichingen/Wurmlingen nochmals 140 Hektar. Zusammen mit einem Kollegen betreibt er in Spaichingen eine Biogasanlage, welche laut Schöndienst eine sinnvolle Nutzung für viehhaltende Betriebe darstelle, da auch so genannte Brachflächen für die Erzeugung von Biogas genutzt werden können. In Deutschland werden genügend Nahrungsmittel produziert, erklärte Schöndienst, wobei eine landwirtschaftliche Arbeitskraft 150 Menschen ernährt. „Aber die Preise, die Landwirte für Milch und Getreide bekommen, haben sich im Vergleich zu 2007 halbiert.“
Beeindruckt zeigten sich die Freien Wähler beim Rundgang durch den Betrieb. Derzeit hat Schöndienst rund 4000 Hühner in Bodenhaltung, von denen jedes im Schnitt jährlich 300 Eier legt. Die Eier, laufen über ein Förderband in die Sortieranlage, werden dort automatisch nach Gewicht sortiert und von der Stempelmaschine nach Vorschrift gekennzeichnet. Das optimale Futter für seine Hühner mischt Schöndienst selbst mit Getreide aus eigenem Anbau und mit Sojaschrot. Die Hühner werden nach etwa einem Jahr geschlachtet und als Suppenhühner verkauft. Neben Direktvermarktung auf Wochenmärkten und im Hofladen sind beispielsweise Metzgereien und Bäckereien die Kunden des Geflügelhofes.
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