Dr.-Ernst-Hohner-Konzerthaus 1 Monat vor der Fertigstellung
Aktion „Freie Wähler vor Ort“ – Viel Neues im Dr.-Ernst-Hohner-Konzerthaus
Trossingen – Die Freien Wähler waren wieder einmal vor Ort. Dieses Mal haben die Stadträte die Renovierungsarbeiten im Dr.-Ernst-Hohner-Konzerthaus besichtigt. Vom großen Saal über die Beleuchtung bis zu Garderobe und Toiletten sind die umfangreichen Umbauten erläutert worden.
Bald ist das Konzerthaus fertig. Nach etwa dreimonatiger Pause und 1,2 Millionen Euro Baukosten soll dort am 3. Oktober wieder die erste Veranstaltung stattfinden. Doch noch gibt es viel zu tun, noch ist das Trossinger Schmuckstück eine einzige Baustelle.
Was alles neu ist, das wollten die Stadträte der Freien Wähler bei ihrer Aktion „Freie Wähler vor Ort“ ganz genau wissen. Ein Glück, dass Hausmeister Martin Bronner und Frank Golischewski vom Förderverein zufällig mit dabei waren. Sie konnten detailliert Auskunft über geplante und bereits abgeschlossenen Erneuerungen geben. „Im kleinen Saal und im Foyer wird eine komplett neue Fensterfront eingesetzt, das Dach wird neu gemacht und die Außenwand bekommt eine zehn Zentimeter dicke Isolierung “, berichtete Martin Bronner. Energetisch sinnvoll soll das moderne Konzept im neuen Konzerthaus werden. Alte Glühbirnen werden durch Energiesparlampen und LED-Leuchten ersetzt. „Dadurch fahren wir den Verbrauch von 12 000 Watt auf knapp 1 000 Watt herunter“, bemerkt Bronner. Im großen Saal des „Gesamtkunstwerks Konzerthaus“ soll die Atmosphäre durch wärmeres Licht erhalten bleiben. Das findet FW-Stadtrat Gustav Betzler gut: „Es muss ja auch noch ein bißchen gemütlich bleiben“, forderte er. Aber nicht nur das Licht, auch die Tontechnik soll revolutioniert werden. Das bislang globige Tonpult soll ebenso wie die sperrigen Lichttürme durch hochmoderne digitale Anlagen mit unterirdischen Kabeln ersetzt werden. Das erhofft sich zumindest der Förderverein – alles eine Frage des Preises. Jedenfalls wäre die Platzersparnis enorm und jeweils ein halber Tag für Auf- und Abbau würde wegfallen. Eine riesige Erleichterung für Veranstalter, Techniker und Hausmeister. „Dazu kommt die verbesserte Sicherheit. Es gäbe keine Stolperfallen mehr“, sagt Bronner. Beispielsweise bei Konzerten mit etwa 40 Mikrofonen mit jeweils zwei Kabeln kann man sich das schier unendliche Gewirr von Leitungen vorstellen.
Neu wird auch die Einteilung des Garderobenraums und die Toiletten. Die Garderobe wird von der linken Seite nach hinten verlegt, der Gastronomiebereich schließt sich an und erhält einen behindertengerechten Durchbruch zum Lieferanteneingang und zum Aufzug. Dazu kommt eine etwa drei Meter lange Rolltheke, die mobil je nach Bedarf eingesetzt werden kann. Zum Beispiel im Foyer, wo einst die alte Linde stand.Die Toiletten werden behindertengerecht komplett erneuert – bis auf eine Kabine bei den „Damen“. Diese bleibt aus Nostalgiegründen im Ur-Zustand erhalten. „Eine schöne Idee“, finden die Stadträte Werner Dressler und Gerhard Appenzeller. Marco Gola plädiert für die Erhaltung der schnuckeligen Kassenhäuschen neben dem Haupteingang, ebenso die kleine gemütliche Bar am Treppenaufgang.
Sorgen macht sich Frank Golischewski aus künstlerischer Sicht um die Instrumente. Der große Flügel muss beim Abschleifen der Bühne aus dem großen Saal entfernt werden. Der Staub wäre zu gefährlich für das schöne Instrument. Auch die Stuhlreihen werden wohl nicht ungeschoren davonkommen. Das Renovierungskonzept verrät viel Liebe zum Detail. „Ein paar Verschönerungen haben wir noch vor uns“, kündigt Frank Golischewski an. Neben einem Karl-Demetz-Bild „Dr. Ernst Hohner“ soll damit auch die Historie des Konzerthauses dokumentiert werden.
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